Astronomie-Starthilfe

Natürlich, das Wort „Astronomie“ hat jeder schon einmal gehört. Einige wissen auch, was so dahintersteckt, doch was hat es genau damit auf sich? Ist Astronomie nicht Kartenlegen und Horoskope erraten? Auf dieser Seite kann jeder der es wissen möchte, herausfinden, was Astronomie eigentlich ist, wo sie herkommt und wo sie hin will. Viel Spaß.

Astronomie und Astrologie

Der Begriff der Astronomie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Beobachtung der Sterne“. Nicht zu verwechseln ist die „Astronomie“ mit der „Astrologie“. Mit Esoterik, Horoskopen und dergleichen hat die Astronomie nun wirklich nichts zu tun – hier geht es um die Wissenschaft. Astronomie hat mit Astrologie, bis auf den gemeinsamen Ursprung (davon weiter unten mehr), so gut wie nichts gemeinsam. Der Astronom beobachtet aus wissenschaftlichen Gründen mit hochtechnisiertem Equipment den Sternenhimmel und strebt nach einem Verständnis des Universums als Ganzes, wohingegen der Astrologe durch veralterte Sternenkarten und zufällige Sternenkonstellationen, Ableitungen für das tägliche Leben und die Menschen sucht. Also nochmal: Astronomie ist nicht Astrologie, auch wenn es so ähnlich klingt.

Geschichtliches

Ich möchte in diesem Beitrag geschichtlich nicht allzu weit zurückgreifen, das würde hier den Rahmen sprengen. Begnügen wir uns fürs erste damit, dass die Astronomie, oder besser gesagt die Beobachtung der Sterne, zu den ältesten Wissenschaften der Welt gehört. Allerdings beschränkte sich diese Wissenschaft in ihren Anfängen eher auf die Verehrung der Himmelskörper, als um ihre Erforschung. Man dachte unter anderem, dass Sterne nichts anderes sind, als Löcher in der Himmelskugel, durch die das göttliche Licht dahinter scheint.

Im Laufe der Zeit spalteten sich von der Astronomie mehrere Kategorien ab, darunter auch die Meteorologie, die Kalenderrechnung und auch die Astrologie. Grundlegendes tat sich erst um das Jahr 1600, genauer gesagt 1608, als der holländische Brillenmacher Hans Lipperhey das erste Fernrohr (das sog. Galilei-Fernrohr) entwickelte. Dieses trägt deshalb diesen Namen, weil es in der Zeit danach von Galileo Galilei weiterentwickelt wurde. Nun konnten die Menschen auf einmal mehr am Himmel sehen, als mit dem bloßen Auge zu erkennen war. Um 1609 benutzte Galilei als erster ein Teleskop zur Himmelsbeobachtung. Er vertrat strikt das Heliozentrische Weltbild , in dem die Sonne der Mittelpunkt ist und die Planeten darum kreisen. Bis dahin war das Geozentrische Weltbild allgemeinhin unumstritten, in dem die Erde der Mittelpunkt von allem war. Dafür kam Galilei vor die Inquisition. In den Jahren von 1609 – 1619 entwickelte Johannes Kepler, deutscher Naturphilosoph, Astronom und Mathematiker seine „3 Kepler`schen Gesetze“, die unter anderem bis heute die Planetenbewegungen beschreiben.

Ab da ging es raschen Schrittes in der Entwicklung voran. Es wurden immer größere, leistungsstärkere Teleskope gebaut und auch immer mehr Möglichkeiten entwickelt, das Universum zu beobachten und ihm jede Menge cooler Geheimnisse zu entlocken. Die größten Teleskope stehen heute an den entlegensten Orten dieser Welt – Mitten in der Wüste, hoch oben auf Bergen oder in irgendwelchen Staubtrockenen Steppen. Das hat den Hintergrund, das in der Nähe von Städten oder Zivilisation generell, die Luftverschmutzung durch Abgase, Ozon und auch Licht, so gewaltig ist, das man mit den hochentwickelten Teleskopen bei weitem nicht so gute Ergebnisse erzielen könnte, wie es in Gebieten mit zumindest relativ sauberer Luft der Fall ist.

Unterkategorien und Stilrichtungen

Astronomie klingt erst mal nach einer recht eingleisigen Wissenschaft. Zwar geht es dabei eigentlich immer um die Beobachtung von Himmelskörpern- und Phänomenen, nur muss man hier unterscheiden, was genau man wie beobachtet. Die Astronomie teilt sich auf in: die beobachtende Astronomie, die Astrometrie, die Himmelsmechanik und die Astrophysik. Man unterscheidet auch zwischen der „Galaktischen Astronomie“, also jene, die sich mit der Milchstraße, deren Zentrum und allen darin befindlichen Vorgängen beschäftigt, und der „Extragalaktische Astronomie“, die sich den Objekten und Erscheinungen AUSSERHALB der Milchstraße widmet.

Die Entwicklung der Sterne, von deren Geburt bis zu ihrem Tod, wird von „Stellarastronomen“ beobachtet, wohingegen die astronomischen und physikalischen Besonderheiten von „Schwarzen Löchern“ von der sogenannten „relativistischen Astrophysik“ untersucht werden.

Zwei weitere, wichtige Kategorien sind die „Kosmologie“ und die „Kosmogonie“. Die „Kosmologie“ beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entstehung des Universums, die „Kosmogonie“ mit unserem eigenen Sonnensystem.

Die Frage nach dem „wie?“

So, jetzt haben wir viele verwirrende Bezeichnungen zu Untergruppen der Astronomie gehört, und doch machen fast alle das gleiche… sie beobachten mit Hilfe einer ganzen Reihe von Geräten den Sternenhimmel. Nun ist es ja so, dass wenn wir abends den Blick nach oben in Richtung der Sterne bewegen, wir augenscheinlich sehr viele Sterne sehen. Die Sterne die wir von unserem Garten aus sehen können sind allerdings nur DIE Lichtquellen, die unser Auge wahrnehmen kann. Im Prinzip funktioniert unser Auge wie ein Teleskop: Es fängt Licht ein, das Licht spiegelt sich im hinteren Bereich des Auges und wirft das Bild auf Nervenenden die es ins Gehirn transportieren, das dann wiederum ein Bild erzeugt. Ein Teleskop funktioniert ähnlich. Es sammelt Licht ein, das durch die Öffnung eingefangen wird. Je nachdem was es für ein Teleskop ist, fällt es entweder durch eine Linse, oder auf einen Spiegel, der das eingefangene Bild durch ein Okular schickt, das wir dann wiederum als Bild wahrnehmen können. Je größer nun die Öffnung des Teleskopes ist, umso mehr Licht wird eingefangen und umso mehr können wir auch sehen (vereinfacht gesprochen). Unser Auge können wir nicht einfach im Durchmesser vergrößern, weswegen wir auch lichtschwache Objekte am Himmel nur mit Teleskopen sehen können, weil unser Auge einfach nicht genug Licht einfangen kann um sie für uns sichtbar zu machen.

Doch das Universum macht es uns nicht allzu leicht, wirklich ALLES sehen zu können. Licht ist Elektromagnetische Strahlung. Wenn Licht in bestimmten Wellenlängen schwingt, nehmen wir es als eine bestimmte Farbe wahr. Die Farben, die wir sehen können, werden als „Spektrum“ bezeichnet. Wenn Licht in extrem hohen oder extrem niedrigen Frequenzen schwingt, kann unser Auge das nicht mehr wahrnehmen, so wie bei ultraviolettem oder infrarotem Licht. Hierfür hat man extra Teleskope gebaut, die dieses für uns unsichtbare Licht einfangen, und für uns sichtbar machen. Man unterscheidet hier zwischen verschiedenen Teleskoptypen und Beobachtungsmethoden. Zum einen hat man die „optischen Teleskope“ für das für uns sichtbare Licht, und Röntgen,- Radio- oder Infrarot-Teleskope, die das nicht sichtbare Licht einfangen und es für uns sichtbar machen. So haben wir mittlerweile einen recht guten Überblick über unser Universum erhalten.

Wohin führt uns das?

Dennoch gibt es noch jede Menge Geheimnisse zu lüften, so viele Überraschungen zu entdecken und so viele Rätsel zu lösent, dass wir noch weit davon entfernt sind, wirklich ALLES zu verstehen, was da so im Universum vor sich geht. Aber jeder Schritt, den die Astronomen gehen, ist ein wichtiger Schritt in die Richtung, unser Weltall besser und vielleicht irgendwann einmal vollständig zu verstehen. Eine einheitliche Theorie zu finden, die das Universum in seiner Gesamtheit inklusive aller physikalischen Vorgänge beschreiben kann, ist das aktuell größte Ziel der Physik und auch der Astronomie. Stephen Hawking, einer der größten Denker unserer Zeit auf diesem Gebiet, schreibt in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“, dass wir möglicherweise kurz davor sind, eine vereinheitlichte Theorie zu formulieren. Meiner Meinung nach sind wir aber noch ein wenig davon entfernt. Die Wissenschaft schreitet zwar derart schnell voran, dass wir kaum nachkommen, doch trotzdem werden bahnbrechende Erkenntnisse nicht von heute auf morgen gewonnen.

Die Astronomie und alles, was damit zu tun hat, sind äußerst interessante Themen, die prinzipiell niemanden kalt lassen können. Ich hoffe, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich mit der Faszination für Astronomie anstecken zu können, denn es schadet nie, zu wissen wo man herkommt, wo man überhaupt ist und wie es mit einem weitergeht.

4 Antworten zu Astronomie-Starthilfe

  1. Das Smamap schreibt:

    Ein kleiner Hinweis zu dieser Seite: Die Links sind (zumindest für mich) sehr schwer erkennbar (dunkles Blau auf dunkelgrauem Hintergrund). Ist das nur bei mir so???

    Gefällt 1 Person

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