Eisvulkane auf Pluto?

Die Mission „New Horizons“ ist ein 700 Millionen Dollar – Projekt der NASA. Die Raumsonde startete am 19.01.2006 und machte sich auf den Weg zu unserem Zwergplaneten Pluto. Eine sehr schöne Übersicht über die Mission, die zurückgelegte Strecke sowie fantastische Bilder findet ihr auf der Missionswebsite (auf Englisch) des Applied Physics Laboratory der John Hopkins University in Baltimore.

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Der Zwergplanet Pluto. Bild: wikipedia

Aktuell berichtet das Team der NASA-Sonde New Horizons, die am 14. Juli 2015 am Zwergplaneten Pluto und seinen Monden vorübergeflogen war, auf der Jahrestagung der Abteilung für Planetenwissenschaften der American Astronomical Society (AAS) über die jüngsten Erkenntnisse aus den Daten, die die Sonde in den letzten drei Monaten zur Erde übermittelt hat.

Eine der Entdeckungen basiert auf der Auswertung von dreidimensionalen Karten, die auf Grundlage der Bilder von Pluto erstellt wurden. Diese Karten, die die Höhenunterschiede auf der Oberfläche zeigen, deuten darauf hin, dass es sich bei zwei der prominentesten Berge um Eisvulkane handeln könnte. Deutlich ist je ein großes Loch am Gipfel zu erkennen. Auf der Erde bedeutet dies in der Regel eines: es ist ein Vulkan.

Eisvulkane kommen auf Himmelkörpern vor, auf denen die Temperatur bei deutlich unter minus 100 Grad Celsius liegt. Statt geschmolzenem Gestein wie die Vulkane auf der Erde speien Eisvulkane eine Mischung von verschiedenen Arten von Eis in ihre Umgebung – beispielsweise Eis aus Wasser, Stickstoff, Ammoniak oder Methan. Die Interpretation der Oberflächenstrukturen als Eisvulkan ist allerdings noch vorläufig. Sollte sie sich aber bestätigen, wäre die Entdeckung ein wichtiger Hinweis zum Verständnis der geologischen und atmosphärischen Entwicklung des Zwergplaneten.

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Das offizielle Missionslogo von „New Horizons“. Bild: wikipedia

Ein weiterer überraschender Fund ist, dass es auf Pluto offenbar Oberflächen ganz unterschiedlichen Alters gibt. Dies deutet darauf hin, dass Pluto den größten Teil seiner über vier Milliarden Jahre währenden Geschichte geologisch aktiv war. Dass man auf der Oberfläche ungewöhnlich wenig kleinere Krater gefunden hat, könnte ein Hinweis auf die Zusammensetzung des Kuipergürtels sein und bedeuten, dass es hier generell weniger kleine Objekte gibt.

Bislang waren viele Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die großen Objekte des Kuipergürtel durch Kollisionen und Verschmelzungen von kleineren Objekten mit Durchmessern von einem Kilometern und weniger entstehen. Wenn es tatsächlich weniger kleinere Objekte in dieser Region gibt, könnten Modelle eher zutreffender sein, nach denen Objekte mit einem Durchmesser von deutlich über zehn Kilometern sich praktisch schon in dieser Größe gebildet haben.

Viele Rätsel zu lösen gibt es auch in Sachen Plutomonde: So scheint es, dass mindestens zwei Monde durch die Kollision von zwei oder mehreren früheren Monden entstanden sind. Pluto könnte also einst, nach dem gewaltigen Einschlag, bei dem der größte Mond Charon entstanden ist, noch über deutlich mehr Monde verfügt haben als heute.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
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Eine Antwort zu Eisvulkane auf Pluto?

  1. kinder unlimited schreibt:

    cool….wusste ich natürlich auch nicht 😉

    Gefällt 1 Person

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