Das Sonnensystem in Zahlen: Erde

Bild: medienwerkstatt

Unser Sonnensystem ist unser Zuhause. Wir bewohnen den dritten Planeten von der Sonne aus gesehen – die Erde – und über die wissen wir so einigermaßen Bescheid. Doch was ist mit den anderen sieben? Wie groß sind sie? Aus was bestehen sie? Wie warm oder kalt ist es auf ihnen? Diese Fragen soll meine kleine Serie beantworten. Ich hatte sie bereits zu den Anfangszeiten meines Blogs in einem sehr statischen Format veröffentlicht, fand es aber etwas sehr langweilig und habe sie nochmal überarbeitet. Viel Spaß 😉

Earthbig

Bild: neunplaneten

Erde

Durchmesser am Äquator:               12.756,32 km
Physikalische Eigenschaft:              Gesteinsplanet
Mittlere Entfernung zur Sonne:        149,60 Millionen Kilometer (1 Astronomische Einheit)
Mittlere Umlaufzeit um die Sonne:   365,256 Tage
Mittlere Bahngeschwindigkeit:          29,78 km/sec
Masse (Gramm):                              5,974 x 10/24g
Mittlere Dichte:                                 5,515 g/cm³
Fluchtgeschwindigkeit:                    11,186 km/sec
Rotation:                                          23 h 56 min 4,1 s
Temperatur:                                     +58 bis -89°C
Atmosphäre:                                    78,1% Stickstoff; 21,0% Sauerstoff; 0,93% Argon; 0,038% Kohlenstoffdioxid;
0,002% Neon
Wasserfläche:                                  70,8%
Landfläche:                                      29,2%

Die Erde ist der interessanteste Planet, den wir in den Weiten des Universums kennen, denn er ist der einzige Ort, von dem wir sicher wissen, dass dort Leben existiert. Wieso das so ist, kann nach jahrzehntelanger Forschung immer noch niemand mit Gewissheit sagen und vielleicht werden wir das auch nie herausfinden. Tatsache ist, dass auf der Erde die optimalen Bedingungen herrschen, um Leben in unserer Form zu ermöglichen:

  • Wir befinden uns genau im richtigen Abstand zu unserem Zentralgestirn – der Sonne -> habitable Zone
  • Unser Sonnensystem befindet sich im optimalen Abstand zum Zentrum unserer Galaxie
  • In unserer Nähe befinden sich (unseres Wissens nach) keine Quellen schädlicher Strahlung, die unser empfindliches Gleichgewicht stören
  • Die Zusammensetzung unserer Atmosphäre und der oberen Erdschicht ist guter Nährboden für Leben
  • Das starke Magnetfeld der Erde schirmt uns von schädlicher Strahlung aus dem All und der Sonne ab

…und das waren nur einige wenige Beispiele für die günstigen Gegebenheiten, die das Leben auf unserem Planet ermöglichen. Wie die Sonne und ihre anderen Planeten entstand die Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus der Verdichtung des Sonnennebels. Man nimmt heute allgemein an, dass sie während der ersten 100 Millionen Jahre einem intensiven Bombardement von Asteroiden ausgesetzt war. Heute ist der Beschuss nur noch gering. Die meisten der Meteore werden von Objekten hervorgerufen, die kleiner als 1 cm sind. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde fast alle Einschlagkrater durch geologische Prozesse wieder ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Differenzierung des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, vor allem Eisen, sanken in die Richtung des Schwerpunkts des Planeten, wobei auch Wärme gebildet wurde. Leichte Elemente, vor allem Sauerstoff, Silizium und Aluminium, stiegen nach oben und aus ihnen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Aufgrund ihres vorwiegenden Aufbaus aus Eisen und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe, mittlere Dichte von 5,515 g/cm3.

Eine weitere Besonderheit ist unser Mond

Der Mond von der Erde aus gesehen

Der Erdmond Bild: Wikimedia

Im Vergleich zu Merkur und Venus haben wir nämlich einen, und zwar einen richtig großen. Zwar ist er nur der fünftgrößte Mond des Sonnensystems, doch das Größenverhältnis zu seinem Planeten ist beispiellos. Doch auf lange Zeit gesehen droht uns der Mond abhanden zu kommen. Die mittlere Entfernung zwischen dem Mond und der Erde wächst jährlich um etwa 3,8 cm. Der Abstand wird seit der ersten Mondexpedition Apollo 11 regelmäßig per Lidar vermessen, indem die Lichtlaufzeit bestimmt wird, die das Laserlicht für die Strecke hin und zurück benötigt. Sowohl von amerikanischen als auch von sowjetischen Mondmissionen wurden dazu insgesamt fünf Retroreflektoren auf dem Mond platziert, die heute für die Entfernungsmessungen genutzt werden.

Zusammengefasst ist die Erde der schönste, gemütlichste, faszinierendste und vielseitigste Planet, den wir kennen (zumindest für uns und bis jetzt). Und bis wir keine „zweite Erde“ gefunden haben, wird es auch der einzige uns bekannte Planet bleiben, auf dem wir Menschen ohne künstliche Hilfe oder technische Unterstützung leben und überleben können. Es gibt also jeden Grund, um etwas besser auf ihn zu achten, denn es zerstört ja auch niemand mutwillig das Haus, in dem er selbst lebt, wenn er sonst nirgendwo hin kann…

In der nächsten Folge geht es nach der Reihenfolge um den Mars, den wahrscheinlich (oder hoffentlich) nächsten Planeten unseres Sonnensystems, auf dem die Menschheit ihre Fußspuren hinterlassen wird.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
Dieser Beitrag wurde unter astronomie, astrophysik, forschung, physik, wissenschaft abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Das Sonnensystem in Zahlen: Erde

  1. wordBUZZz schreibt:

    und wir leben auf einer schwimmenden Kruste! Schlauchboot Hurray! Ich mag die Erde. Aber keine schädliche Strahlung? Du beziehst das auf den Weltraum oder? :d Ich will nicht wissen wie wir strahlen!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s