Gedankengänge: Das Universum ist ein seltsames Ding

Das Hubble-Ultra-Deep-Field. Bild: new-universe.org

Das Universum ist ein seltsames Ding.

Damit war es aber ziemlich fluchs vorbei. Das Universum expandierte nämlich rapide.

Eigentlich würde es uns gar nicht geben, wenn es nicht unglaublich winzige Ungleichverteilungen zwischen Antimaterie und Materie gegeben hätte, so dass beide sich nicht gleichmäßig auslöschten, sondern der Milliardstel Überschuß an Materie das heute sichtbare Universum bilden würde.

Aber auch sehr interessant ist die Tatsache, dass es die längste Zeit im Universum gar keine Atome gegeben hat, die schwerer als Helium waren. Denn die schweren Teilchen, aus denen die Erde zu einem großen Teil besteht, mussten erst in den Sternen erbrütet werden.

Die erste Generation von Sternen (Population III Sterne) bestand nur aus leichten Elementen, doch durch die Kernfusion entstanden mehr und mehr schwere Elemente, die von den Astronomen „Metalle“ genannt werden. Durch die Explosion von PIII-Sternen wurden diese schwereren Elemente ins Weltall geblasen, wo sie sich in Gaswolken ansammelten, aus denen dann später die zweite Generation von Sternen entstand (Population II Sterne). Unsere Sonne ist ein Population I Stern mit einer für Sternenverhältnisse extrem hohen Metallizität.

Weil unsere Sonne aus einer riesigen Gaswolke mit hoher Metallizität entstand, gibt es überwiegend feste Planeten in unserem Sonnensystem (Merkur, Venus, Erde und Mars). Interessant ist auch, dass unsere Sonne eine viel höhere Metallizität hat, als so gut wie alle anderen sonnenähnlichen Sterne in tausenden von Lichtjahren Umkreis.

Man nimmt an, dass unser Sonnensystem seit seiner Entstehung vor ca. 4,5 Milliarden Jahren über 6.000 Lichtjahre „gewandert“ ist. Unser Sonnensystem befindet sich ziemlich weit außen in der Milchstraße. Wir sind ca. 27.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt. Das ist auch gut so, denn näher am Zentrum sind die Sterne so nah beieinander (oft unter 1 Lichtjahr), dass die Strahlung dort tödlich für Leben wäre, wie wir es kennen.

Gleichzeitig kann man wohl annehmen, dass der Umstand, dass die Erde zusammen mit der Sonne 6.000 Lichtjahre nach außen gewandert ist, und alle anderen Sterne hier draußen eine eher geringe Metallizität haben, es nicht gerade wahrscheinlicher macht, besonders viele erdähnliche Planeten in unserer direkten stellaren Nachbarschaft zu finden. Zugleich jedoch ist weiter innen in der Galaxis die kosmische Strahlung intensiver, was in vielen Bereichen Leben nach unserer Art unwahrscheinlicher macht.

Aber zurück zur Erde: da es dreier Generation von Sonnen bedurfte, damit überhaupt feste planetare Körper entstehen konnten, kann man davon ausgehen, dass es Sterne wie unsere Sonne erst seit einigen Milliarden Jahren gibt. Zugleich ist es so, dass sich das Leben auf der Erde schon bemerkenswert schnell nach der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren bildete. Die ältesten Spuren von Leben sind 3,8 Milliarden Jahre alt.

Es ist also recht wahrscheinlich, dass wir Menschen zu den ersten intelligenten Lebewesen (zumindest unserer Galaxis) gehören. Doch selbstverständlich lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, sollten wir doch einmal auf eine andere, intelligente Rasse im Universum stoßen.

Gruß, Chris @ stellariumblog

Über stellariumblog

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3 Antworten zu Gedankengänge: Das Universum ist ein seltsames Ding

  1. kinder unlimited schreibt:

    ich denke, „zumindest in unserer Galaxis“ war eine wichtige Aussage! in deinen Beiträgen kommt man sich als Mensch immer so angenehm unwichtig vor 😉

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  2. Philipp Dinkel schreibt:

    Die Behauptung, dass die Menschen intellligente Wesen sind, ist nach allem, was sich zur Zeit auf diesem Planeten abspielt, kritisch zu hinterfragen ( um es vorsichtig auszudrücken).

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    • stellariumblog schreibt:

      Ich bin prinzipiell der Meinung, dass Intelligenz nur eine Wahrnehmung von uns Menschen ist und nicht zwangsläufig moralisches und korrektes Handeln nach sich zieht. Wenn man das, was wir mit Intelligenz assoziieren, auf uns Menschen anwenden möchte, passt unsere eigene Darstellung von Intelligenz so ganz und gar nicht mit dem überein, was wir selbst verkörpern. Ich stimme dir also vollkommen zu.

      Gruß, Chris

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