Praktische Astronomie – Der Sternenhimmel im September

Für alle, die den Blick gerne gen Himmel richten, hat der September dieses Jahr einiges zu bieten. Der meteorologische Herbstanfang war zwar bereits gestern, doch der tatsächliche Herbstanfang, also die Tag- und Nachtgleiche, an der die Sonne exakt 12 Stunden zu sehen ist, wird erst am 23. September stattfinden. Doch wenn „eigentlich“ noch drei Wochen Sommer ist, können wir bereits Teile des Herbsthimmels bestaunen. Doch eins nach dem Anderen.

Das Highlight dürfte wohl die totale Mondfinsternis am 28. September sein – und zwar gleich in doppelter Ausführung, denn zu diesem Zeitpunkt durchläuft der Mond zudem seinen erdnächsten Punkt und erscheint daher besonders groß. Mondfinsternisse wie diese werden aufgrund ihrer rötlichen Färbung auch „Blutmond“ genannt. Um 03:07 Uhr beginnt der Mond seine Reise durch den Kernschatten der Erde und beginnt seinen Höhepunkt um 04:11 Uhr. Wer also dieses Schauspiel beobachten möchte, sollte sich den Wecker früh stellen. Lohnen wird es sich aber allemal, denn das nächste mal, dass eine Mondfinsternis mit der größten Erdannäherung in Europa sichtbar sein wird, ist erst wieder im Jahre 2574.

Ein sogenannter „Blutmond“, wie er bei uns sichtbar sein wird. Bild: mondlexikon.com

Nachdem in den vergangenen Monaten das „Sommerdreieck“ die Orientierung am Himmel vereinfacht hat, tritt nun das „Herbstviereck“ ins Rampenlicht. Diese Sternenkonstellation steigt von Nordosten her auf und steht Anfang Oktober am Höchsten am Himmel. Das Herbstviereck ist kein Sternbild im herkömmlichen Sinne, aber eine gut zu erkennendes, markantes Bildnis, dass aus vier Sternen besteht: die 3 Hauptsterne aus dem Sternbild „Pegasus“, nämlich Algenib, Scheat und Markab sowie Sirrah aus dem Sternbild „Andromeda“. Aufgrund der Überzahl an Pegasus-Sternen wird das Herbstviereck auch „Pegasusquadrat“ genannt. Der Stern Sirrah ist für Hobbyastronomen eine wichtige Markierung, denn direkt oberhalb des Sterns ist bei guter Sicht schwachleuchtend die „Andromedagalaxie“ zu sehen – die am weitesten entfernte Lichtquelle, die wir mit bloßem Auge wahrnehmen können.

Bild: ajoma.de

Ebenfalls im September gut zu sehen ist das Sternbild Kepheus – oder Cepheus, je nachdem. Dieses Sternbild ist zwar eines derjenigen, die das ganze Jahr über zu sehen ist, doch im September erkennt man besonders gut die ungefähre Form eines Hauses, dessen Spitze auf den Himmelspol zeigt. Für alle, die ein Teleskop zu Hause haben, birgt Kepheus ein interessantes Objekt, nämlich den Stern „Mu Cephei“. Es handelt sich dabei um einen roten Riesen, der von Sir Wilhelm Herschel aufgrund seiner tiefroten Färbung den Beinamen „Granatstern“ erhalten hat.

Bild: wikimedia

Doch auch Objekte, die nicht so weit entfernt sind, bietet uns dieser Monat. 3 Planeten unseres Sonnensystems sind sichtbar: Mars, der bislang aus unserer Sicht hinter der Sonne und somit für uns nicht sichtbar war, Jupiter und die Venus. Alle drei sind in den frühen Morgenstunden am Osthimmel zu bewundern.

Alles in Allem ein guter Monat, um nachts mal wieder raus zu gehen, das Teleskop oder zumindest das Fernglas auszupacken und ein bisschen in die Ferne zu sehen.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
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10 Antworten zu Praktische Astronomie – Der Sternenhimmel im September

  1. wordBUZZz schreibt:

    Ich merke schon im September wird mein Teein und Coffeeinspiegel ins Unendliche schießen 😀 Der Blutmond reizt mich besonders…

    Gefällt 1 Person

  2. stellariumblog schreibt:

    Hehe, wie passend. Ich schau mir gerade Dr. Who auf Sky an 😀
    Ich werde aber auch versuchen, einen Livestream der ISS in den Blog einzubinden. Nur für den Fall der Fälle 😉

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