Rote Kobolde, Blaue Strahlen und Elfen – dies ist kein Märchen

Am 24.08.2015 also vergangenen Dienstag, hat NASA Earth Observatory wirklich interessante Bilder veröffentlicht, die von der ISS aus geschossen wurden. Es handelt sich um Aufnahmen sogenannter „Red Sprites“ (deutsch: Rote Kobolde). Sie sehen wirklich mystisch aus und ihre Existenz war lange Zeit umstritten, weil es keine Aufnahmen davon gab. Doch mittlerweile wurden dutzende „Rote Kobolde“ fotografiert und man ist sich auch ziemlich sicher, wie sie entstehen.

Red Sprite 1

Bild: © NASA / Earth Observatory

Dieses Bild wurde über dem Nordwesten Texas aufgenommen. Unter dem „Red Sprite“ ist das weiße Licht der Gewitterblitze zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Astronauten in der ISS etwa 2.200 Kilometer entfernt. Auch gut erkennbar sind die Lichter der Stadt Dallas.

Red Sprite 2

Bild: © NASA / Earth Observatory

Drei Minuten später entstand dieses Bild über dem mexikanischen Badeort Acapulco. Dieses mal war die ISS nur etwa 1.000 m entfernt und die Details des „Red Sprites“ sowie der darunterliegenden, durch Blitze erhellten Wolkendecke sind gut erkennbar.

Und was genau ist das jetzt?

Nachdem diese Phänomene vom Boden aus nicht zu beobachten sind, wurden sie erst mit Beginn der Luftfahrt entdeckt. Allerdings nahm man die Berichte der Piloten nicht wirklich ernst und viele sprachen aus Angst vor Verspottung gar nicht darüber. Erst im Vietnamkrieg wurde darüber berichtet und ab 1989 tauchten erste Aufnahmen der Roten Kobolde auf. Sie entstehen, laut der gängigsten Theorie, Über der Wolkendecke besonders heftiger Gewitter. Hier baut sich ein starkes Spannungsfeld auf, das sich durch Übersättigung an Elektronen infolge von Kollisionen mit Gamma-Strahlen aus der darüber liegenden Ionosphäre von selbst entlädt. In Höhen von etwa 70 km bildet sich dann ein rötlicher Blitz aus kaltem Plasma, der sich von unten nach oben aufbaut und dann verästelt.

Auch die „Blue Jets“ (deutsch: Blaue Strahlen) entstehen auf diese Weise, allerdings in nicht allzu großer Höhe (rund 40 Kilometer). Die „Elves“ (deutsch: Elfen) hingegen treten in Höhen von 70 – 100 Kilometern meist in Verbindung mit „Red Sprites“ auf. Die Elfen sind ringförmig und können sich bis zu 450 Kilometern im Bruchteil einer Sekunde ausbreiten.

Wer also demnächst in einem Flugzeug sitzt, dass durch oder über ein Gewitter fliegt, einfach mal die Augen offen halten… Vielleicht zeigt sich ja ein Roter Kobold oder eine Elfe vor dem Fenster.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
Dieser Beitrag wurde unter astronomie, astrophysik, forschung, meteorologie, physik, Raumfahrt, wissenschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s