Was es mit Monden so auf sich hat

An dieser Stelle möchte ich ein ziemlich interessantes Thema aufgreifen – Eine Übersicht über die Monde unseres Sonnensystems und Monde im Allgemeinen. Dafür muss allerdings erst mal klar gestellt werden, was Monde eigentlich sind. Nicht alle Monde sehen aus wie unser Mond. Laut Definition ist jedes Objekt, das einen Planeten in einer stabilen Umlaufbahn umkreist, egal wie groß es ist, ein Mond. Doch nach dieser Definition müsste es abertausende von Monden in unserem Sonnensystem geben. Man beschränkt sich deshalb auf die sichtbaren Objekte (wie auch sonst), wobei hier die kleinste Kategorie die „unter 10 km Durchmesser“-Monde sind.

Der Jupiter-Mond Europa. Bild: ytimg

Zum aktuellen Zeitpunkt zählen wir 248 Monde, wobei hier auch die Zwergplaneten-Monde mit eingerechnet sind. Ohne diese wären es 173. Den größten Beitrag an Monden liefert uns der Jupiter mit stolzen 64 Monden, dicht gefolgt von Saturn mit 62. Diese zwei Planeten haben allerdings auch den größten Teil an Monden in der kleinsten Kategorie.

Ob ein Mond nun direkt zusammen mit dem Planeten, den er umkreist, entstanden ist bzw. sich durch Kollisionen seines Planeten mit anderen Himmelskörpern gebildet hat, oder durch die Gravitation des Planeten eingefangen wurde, lässt sich hin und wieder durch die Richtung, in der der Mond seinen Planeten umkreist, feststellen. Manche Monde laufen nämlich auf einer sogenannten „retrograden Umlaufbahn“ um seinen Planeten. Das bedeutet, er umkreist ihn in entgegengesetzter Richtung, als der Planet und seine übrigen Monde rotieren.

Monde treten in ganz unterschiedlichen Gewändern auf. Nimmt man unseren Erdenmond als Beispiel, ist er karg, öde, sandig und steinig, doch wirklich viel gibt es auf ihm nicht zu entdecken (sämtliche Verschwörungstheorien mal außen vor gelassen). Wenn wir uns dagegen den Jupitermond „Europa“ ansehen, unter dessen dicker Eisschicht ein bis zu 100 km tiefer Ozean aus Wasser vermutet wird, in dem durchaus simple Formen von Leben existieren könnten, sehen wir, wie unterschiedlich Monde sein können. Ebenfalls ein Mond des Jupiters ist „Io“, auf dem im Vergleich zu anderen Monden extremster Vulkanismus statt findet. Durch seine Masse und die große Nähe zu Jupiter, wird er durch die wirkende Gravitation Jupiters (seiner Gezeitenkräfte), ständig so stark verformt, das durch die ständige Reibung in seinem inneren Hitze entsteht, die den Kern flüssig hält und kontinuierlich neue Lava an die Oberfläche befördert. Der Saturnmond Titan hat sogar eine Gashülle, die fünfmal dichter ist als auf der Erde. Der Druck liegt hier um 50% höher und auf Titan wird ebenfalls ein Ozean vermutet. Allerdings ist Leben hier eher unwahrscheinlich, da der Mond außerhalb der „habitablen Zone“ liegt.

Unser Erdenmond

Welche Wirkung ein Mond auf seinen Planeten haben kann, wird am ehesten an unserem eigenen Mond sichtbar. Im Unterschied zu anderen Monden haben wir bei unserem auch eine Theorie, wie er entstanden sein könnte: In einer frühen Entwicklungsphase unseres Planeten ist dieser mit einem relativ großen Objekt kollidiert. Man geht davon aus, dass es ein Protoplanet, also ein Planet von der Größe des Mars in einem frühen Entwicklungsstadium, gewesen ist. Man hat diesem hypothetischen Objekt den Namen „Theia“ gegeben – nach der Titanin Theia in der griechischen Mythologie. Ein Großteil Theias ist mit unserem Planeten „verschmolzen“, doch die zahlreichen Bruchstücke haben sich in einer Umlaufbahn um die Erde gesammelt und sich nach und nach zu unserem heutigen Mond geformt. Die nachfolgende Animation zeigt dieses Szenario sehr schön:

Bild: Wikipedia

Unser Mond hat eine sehr wichtige Funktion für uns. Das liegt auch an seiner Größe im Verhältnis zur Erde, und den daraus resultierenden Gravitationskräften. Der Mond stabilisiert die Erde in ihrer Rotation. Ohne ihn wäre unser Wetter ziemlich chaotisch, beispielsweise mit Windstärken von weit über 100 km/h. Die gleichmäßige Verteilung von Jahreszeiten verdanken wir unter anderem auch dem Mond – weil er uns durch seine gravitative Wirkung stabilisiert, wie oben bereits erwähnt. Trotzdem bleibt die Wirkung von Monden auf größere Planeten wie Jupiter und Saturn kaum spürbar. Das liegt logischerweise an dem komplett anderen Größenverhältnis von Planet zu Mond.

Es wird interessant sein, die zukünftige Forschung an den Monden unseres Sonnensystems weiter zu verfolgen. Gerade auf den Jupitermonden, allen voran Europa, dürfte die Suche nach außerirdischem Leben (in welcher Form auch immer) ziemlich aufschlussreich werden. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
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