Serie: Galaxien – Teil 1 Eine kleine Einführung

Zum Thema Galaxien hatte ich früher bereits eine kleine Serie geschrieben. Mittlerweile fielen mir einige Punkte darin auf, die mir nicht so gefielen, und so habe ich sie nochmal überarbeitet. In dieser Serie möchte ich mich allen Fragen und Fakten rund um Galaxien widmen. Was genau sind Galaxien, wie entstehen sie, wie funktionieren sie, welche unterschiedlichen Galaxien-Typen gibt es und woran erkennt man sie usw.

Die Idee dazu kam mir ursprünglich, weil ich immer ziemlich viele Fragen per Mail bekomme und ich aber leider nicht zu jeder einen Beitrag schreiben kann. Doch fragen zu Galaxien stapeln sich in meinem Postfach, deshalb auch das Thema dieser Serie. Also, fleißig Fragen stellen, gerne auch Hinweise zu etwaigen Fehlern o.ä., damit diese Serie für euch so informativ wird, wie möglich, denn das ist ja schließlich auch das Ziel meines Blogs.

Milchstrasse3
Animation unserer Heimatgalaxie, der Milchstrasse. Foto: klett.de

Galaxien sind, aus astronomischer Sicht, gravitativ gebundene Ansammlungen von Materie wie Sterne, Planeten, Gas, Staub und kleineren Objekten. Das Wort „Galaxie“ stammt aus dem Altgriechischen [γαλαξίας galaxías] und bedeutet „Milchstraße“. Jedem, der nicht gerade in einer großen Stadt wohnt, ist schon mal das helle, milchige Band am Sternenhimmel aufgefallen, dass sich fast über den gesamten Himmel zieht. Aus eben dieser visuellen Eigenschaft bekam unsere Heimatgalaxie schon in frühester Zeit den Namen Milchstraße. Ihrer Form nach ist sie eine sogenannte Balkenspiralgalaxie, wobei es nicht ganz so einfach ist, ihre Form aus unserer Perspektive genau zu bestimmen, nachdem wir ja sozusagen mittendrin sitzen. Allerdings verfügen Astronomen mittlerweile über so gute Beobachtungs- und Mess-Instrumente, dass sie sich über die Form unserer Galaxie ziemlich einig sind.

Unseres Wissens nach gibt es zwischen den Galaxien im Universum kaum Objekte, bis auf ein paar Gaswolken oder Nebel. Es sind also fast alle Sterne, Planeten und sonstige Objekte in Galaxien gebunden. Das hat mit der Gravitation, die von ihnen ausgeht, zu tun. Jedes Objekt im Universum hat eine eigene Anziehungskraft bzw. Gravitation – das lehrte uns Isaac Newton. Je größer dieses Objekt ist, umso mehr Masse hat es auch und mit dem Anwachsen der Masse steigt exponentiell auch seine Anziehungskraft. Wie sich die Gravitation auf der Erde anfühlt, wissen wir. Würden wir aber jetzt auf der Oberfläche der Sonne stehen, die um ein millionenfaches größer als die Erde ist, würden wir durch die Anziehungskraft platt auf dem Boden kleben.
Bei Galaxien verhält es sich genauso. Hier geht die Anziehungskraft von ihrem jeweiligen Zentrum aus und diese reicht, um alles drum herum gravitativ so zu binden, dass die ganzen Sterne und Planeten nicht einfach davon fliegen. Das ist allerdings so nicht ganz korrekt, denn unseren Beobachtungen nach reicht die Masse der vorhandenen, sichtbaren Materie in Galaxien nicht aus, um sie zusammenzuhalten. Aus diesem Grund wurde die Dunkle Materie postuliert, die, wie der Name schon sagt, „dunkel“ bzw. für uns nicht sicht-und messbar ist. Sie macht sich lediglich durch ihre gravitative Eigenschaft bemerkbar, die die offensichtlich fehlende Materie in Galaxien ergänzt, so dass diese nicht auseinanderfallen.

Newton hat uns bereits gelehrt, dass Gravitation unbegrenzt wirkt – natürlich umso stärker, je mehr ich mich dem gravitativen Mittelpunkt nähere. Das bedeutet, dass sich die Galaxien untereinander beeinflussen. So steht nicht jede Galaxie für sich alleine, sondern sie sind überwiegend in größeren Ansammlungen zu finden. Auch unsere Milchstrasse steht nicht alleine. Zusammen mit unserer nächstgelegenen Galaxie, der etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie, ca. 60 Zwerggalaxien und noch ein paar kleineren Galaxien, gehört die Milchstrasse zur sogenannten „Lokalen Gruppe“. Dieser Galaxienhaufen hat einen Durchmesser von 5 bis 8 Millionen Lichtjahren und nimmt damit etwa einen 100 Millionstel Teil des beobachtbaren Universums ein. Und auch diese gigantische Ansammlung von Galaxien wechselwirkt mit dem nächstgelegenen Galaxienhaufen und so weiter…

Andromedagalaxie
Die Andromedagalaxie. Foto: wikipedia

Im großen betrachtet bilden diese Strukturen aus zusammenhängenden Galaxien und deren Ansammlungen, ein großes Geflecht, dass als „kosmisches Netzwerk“ oder „kosmisches Netz“ bezeichnet wird.

In den folgenden Beiträgen gehe ich, wie bereits oben erwähnt, auf die verschiedenen Teilbereiche intensiver ein. Galaxien sind in bestimmte Bereiche aufgeteilt, in denen unterschiedliche Abläufe statt finden. Das ist allerdings abhängig vom Galaxientyp und der Form. Ebenso unterteilt man Galaxien auch in aktive und inaktive Galaxien. Ich gehe auf die Galaxienkerne ein, auf die Entstehung und Entwicklung und wir klären auch auf was passiert, wenn zwei Galaxien zusammenstoßen.

Der nächste Beitrag beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung von Galaxien und ihrer Rolle im Universum.

Quellangaben:

Arnold Hanslmeier: Einführung in die Astronomie und Astrophysik. Spektrum, Akad. Verl., Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1127-0

Wikipedia

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
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3 Antworten zu Serie: Galaxien – Teil 1 Eine kleine Einführung

  1. Ronny schreibt:

    Bei dem Zusammenhang zwischen Größe und Anziehungskraft möchte ich gerne ein klein wenig ergänzen. Die Größe ist weniger wichtig als die Masse. So sind Erde und ein weißer Zwerg etwa ähnlich groß, allerdings ist die Masse von weißen Zwergen in der Größenordnung unserer Sonne, so dass dort die Anziehung deutlich größer wäre.
    Umgekehrt besitzt zum Beispiel Rigel an seiner Oberfläche nur 6% der Erdanziehung, obwohl der Stern 21 Mal so viel wie die Sonne wiegt. Es liegt in dem Fall an dem großem Sternenradius und damit dem großen Abstand vom Massenzentrum.

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  2. wordBUZZz schreibt:

    Wäre auch super, wenn du noch etwas über die kleine/ große magelanische Wolke machen würdest. Sind schließlich die einzigen Galaxien, die wir mit bloßem Auge sehen können. 🙂

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