Umgeben von Planetenkillern? Oder doch nicht? (1)

Hypothetischer Kometeneinschlag. Image by © SEBASTIAN KAULITZKI/Science Photo Library/Corbis

Kometen und Asteroiden, die mit der Erde kollidieren, Schwarze Löcher, die die Erde verschlucken, Sonnenexplosionen, die alles uns bekannte wegfegen, kosmische Giftwolken, die unseren Planeten unbewohnbar machen, unsere Sonne, die explodiert und die Erde verdampft usw…

Vor allem Menschen, die sich überhaupt nicht für Astronomie und das Universum interessieren, haben Angst, wenn sie von Schwarzen Löchern und Kometen hören. Das ist auch bei vielen der Grund, überhaupt nichts vom Weltall hören zu wollen. Dabei geht die Relevanz der meisten dieser Dinge für die Menschheit fast gegen null. Ich möchte in dieser kleinen Serie etwas näher auf ein paar dieser “Planetenkiller” eingehen. Zum einen, um dem einen oder anderen etwas die Angst vor diesen Themen zu nehmen, zum anderen um interessierten diese Phänomene etwas verständlicher zu machen.

Beginnen möchte ich gerne mit dem Thema “Schwarze Löcher”, da dieses Thema wohl das vermeintlich Angsteinflößendste von allen ist. Stellen wir uns also die Frage:

Werden wir alle irgendwann von einem Schwarzen Loch getötet?

Ich habe in dem Beitrag Was sind “Schwarze Löcher”? bereits darüber geschrieben. Wir könnten rein theoretisch unsere Sonne durch ein Schwarzes Loch mit der selben Masse ersetzen, ohne einen gravitativen Unterschied zu bemerken. Natürlich würde es kalt und dunkel werden und wir würden ob des fehlenden Sonnenlichts keine Überlebenschance haben, doch die Erde und alle anderen Planeten würden sich auf den selben Bahnen ebenso weiterbewegen, wie sie es jetzt auch tun. Nichts würden “aufgesaugt” oder zerstört werden. Doch Schwarzes Loch ist nicht gleich Schwarzes Loch… Hier eine Zusammenfassung über die verschiedenen Arten von Schwarzen Löchern:

Stellare Schwarze Löcher – Das sind jene, die durch Supernovaexplosionen extrem massereicher Sterne entstehen.

Primordiale Schwarze Löcher – Stephen Hawking nennt sie auch “Urzeitliche Schwarze Löcher”. Sie entstanden bereits kurz nach dem Urknall durch starke Masseverdichtungen.

Schwarze Mikro-Löcher – Diese könnten rein theoretisch in Teilchenbeschleunigern entstehen. Allerdings ist dieses Thema umstritten (siehe weiter unten).

Supermassereiche Schwarze Löcher – Die Entstehung dieser Objekte ist noch Bestand der aktuellen Forschung, doch wir wissen sie in nahezu jedem Zentrum einer Galaxie. Sie haben zum Teil die millionenfache Masse unserer Sonne.

Im Falle der Stellaren Schwarzen Löcher müssen wir uns schon mal keine Gedanken machen. Unsere Sonne wird niemals zu einem Schwarzen Loch, dafür hat sie zu wenig Masse. Sie wird sich am Ende ihres Lebens zu einem Roten Zwerg aufblähen, und schließlich als Weißer Zwerg ausglühen.

Über die Schwarzen Mikro-Löcher hat Florian Freistetter in seinem Podcast “Sternengeschichten” einen sehr hörenswerten Beitrag verfasst (hier ist der Link dazu). Sie könnten theoretisch in Teilchenbeschleunigern bei der Kollision von Elementarteilchen entstehen. Doch eben nur rein theoretisch, denn das Entstehen dieser Objekte setzt die Existenz einer weiteren Raumdimension voraus. Würde beispielsweise der LHC (Large Hadron Collider) am Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz wirklich ein Mikro-Schwarzes Loch erzeugen, wäre die Existenz dieser Dimension bewiesen. Darüber hinaus wäre dieses Schwarze Loch kleiner als ein Atom. Aus seiner Sicht wäre der Raum um es herum komplett leer und ein Schwarzes Loch kann nur durch die Aufnahme von Materie wachsen. Darüber hinaus würden diese Schwarze Löcher sofort nach ihrer Entstehung aufgrund der “Hawking-Strahlung” und ihrer eigenen Instabilität wieder verschwinden.

Die Existenz von Primordialen Schwarzen Löchern ist nur hypothetisch. Es ist eine Überlegung, die aus der Urknalltheorie hervorgeht und die Entstehung dieser Schwarzen Löcher als Folge der extremen Massenverdichtungen postuliert. Beobachtet oder gemessen wurden sie bisher nicht.

Und schlussendlich die Supermassiven Schwarzen Löcher. Diese konnten bislang nur in den Zentren von Galaxien beobachtet werden. Sollte irgendwo eines dieser Objekte im freien Raum herumtreiben, könnten wir es zwar optisch nicht wahrnehmen, doch die gewaltigen, gravitativen Einflüsse auf seine Umgebung ließen sich kaum verbergen. Allerdings ist es äußerst unwahrscheinlich, dass ein supermassereiches Schwarzes Loch einfach so irgendwo herumfliegt.

Schwarzes Loch

Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Loches. Quelle: spektrum

Wie wir also sehen, ist die unmittelbare Gefahr für die Menschheit durch Schwarze Löcher quasi nicht vorhanden. Die allgemeine Panikmache bezüglich dieser Objekte ist in erster Linie den Medien und Hollywood zu verdanken. Wir lesen in Zeitungen über Schwarze Löcher im LHC, die die komplette Erde verschlucken, sehen im Kino, wie unsere Galaxie von Schwarzen Löchern eingesaugt wird usw. Die reale Gefahr bestünde lediglich, wenn man mit einem Raumschiff direkt hineinfliegen würde. Also keine Panik, wir werden höchstwahrscheinlich nicht durch ein Schwarzes Loch vernichtet.

Wen das jetzt etwas beruhigt hat, der kann sich auf die nächsten Teile dieser kleinen Serie freuen. Und wie immer gilt: Für mehr Infos bezüglich des Themas, einfach anschreiben und fragen.

Über stellariumblog

Stellariumblog ist ein Info-und Newslog. Ich versuche, die oftmals komplizierte und unübersichtliche Fülle an Informationen und Wissen verständlich zu erklären. Mein Ziel ist es, mit diesem Blog so viele Menschen wie möglich von der Astronomie zu begeistern. Natürlich versuche ich, täglich die wichtigsten News aus den Bereichen Astronomie, Astrophysik und vergleichbaren Wissenschaften zu bloggen, ich bin allerdings Berufstätig und habe leider nicht jeden Tag ein bis zwei Stunden Zeit – seid also bitte etwas nachsichtig falls ich nicht immer alles als erster poste ;) Ich freue mich immer über positive Bewertungen, aber auch über konstruktive Kritik sowie Vorschläge und/oder Hinweise auf mögliche Fehler (ich bin auch nur ein Mensch). Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß in meinem Blog.
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