Hubble Deep Fields überarbeitet

Astronomen haben in dieser Woche eine erweiterte Version des bekannten Hubble Ultra Deep Field vorgestellt. Bei Deep-Field-Aufnahmen wird ein kleiner Bereich am Himmel über einen lange Zeitraum anvisiert, so dass auch noch entfernte und sehr lichtschwache Galaxien sichtbar werden. Das Ultra Deep Field wurde nun durch ultraviolette Bilddaten ergänzt. Über die Hubble Deep Field-Aufnahmen habe ich bereits hier und hier ausführlich geschrieben

Hubble Ultra Deep Field

Die jetzt veröffentlichte Aufnahme des Projekts Ultraviolet Coverage of the Hubble Ultra Deep Field (UVUDF). Bild: NASA, ESA, H. Teplitz und M. Rafelski (IPAC / Caltech), A. Koekemoer (STScI), R. Windhorst (Arizona State University) und Z. Levay (STScI)

Das Weltraumteleskop Hubble ist für seine eindrucksvollen Bilder bekannt, die es von Galaxien, Nebeln und anderen astronomischen Objekte liefert. Zu den faszinierendsten Aufnahmen zählen jedoch die sogenannten Deep-Field-Bilder. Dafür wird ein kleiner, scheinbar leerer Bereich am Nachthimmel viele Stunden lang beobachtet. Durch die lange Belichtungszeit kommen auf diese Weise Galaxien zum Vorschein, die im normalen Beobachtungsbetrieb kaum zu entdecken gewesen wären.

Das erste Bild dieser Art, das Hubble Deep Field, entstand im Jahr 1993. Damals nutzte der Direktor des Space Telescope Science Instituts (STScI) die ihm als Direktor zustehende Beobachtungszeit, um einen scheinbar leeren Bereich am nördlichen Himmel sehr lange zu beobachten. Dass die kostbare Hubble-Beobachtungszeit nicht verschwendet war, zeigte sich schnell. Das resultierende Bild, auf dem Tausende bislang unbekannte Galaxien zu sehen waren, wurde eines der berühmtesten Hubble-Bilder überhaupt.

Im neuen Jahrtausend gelang Hubble dann ein noch tieferer Blick ins All: Das Hubble Ultra Deep Field im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) wurde aus Hubble-Beobachtungen über mehr als eine Millionen Sekunden in den Jahren 2003 und 2004 erstellt. Auf der Aufnahme, die einen Bereich am Himmel zeigt, der nur etwa einem Zehntel des Vollmonddurchmessers entspricht, waren Tausende nahe und entfernte Galaxien zu sehen und sie stellte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung den bislang tiefsten Blick ins All dar.

Das Hubble Ultra Deep Field wurde seit damals mehrfach durch neue Beobachtungen ergänzt und erweitert. Es fehlten aber bislang Informationen, die beispielsweise etwas über die Entstehung von Sternen und Galaxien in einer Entfernung von rund fünf bis zehn Millionen Lichtjahren verraten. Dafür sind ultraviolette Daten notwendig. Mithilfe der Wide Field Camera 3, die bei der letzten Wartungsmission zu Hubble moniert worden war, wurden nun entsprechende Beobachtungen im Ultravioletten gemacht.

Dadurch liegen jetzt aus dem Bereich des Hubble Ultra Deep Field Daten aus Wellenlängen vom Infraroten über den sichtbaren Bereich des Lichts bis zum Ultravioletten vor. Auf diese Weise entstand nicht nur eine der bislang farbenprächtigsten Ansichten des Universums in seinen verschiedenen Entwicklungsphasen, sondern das Material liefert den Wissenschaftlern auch wichtige Informationen darüber, wie sich Galaxien von ihren bescheidenen Anfängen zu dem entwickelt haben, was wir heute in unserer Umgebung beobachten können.

Das jetzt veröffentlichte Bild besteht aus Daten, die während 841 Erdumrundungen durch Hubble gesammelt wurden und zeigt rund 10.000 Galaxien. Die entferntesten Objekte darauf sehen wir zu einer Zeit, in der das Universum gerade einmal einige Hundert Millionen Jahre alt war.

Quellangabe:

ESA/Hubble (engl.)

NASA

astronews

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0 Antworten zu Hubble Deep Fields überarbeitet

  1. Gunter-von-Quast schreibt:

    Im Text müsste es heißen: rund fünf bis zehn Milliarden Lichtjahre…
    Günter von Quast

    Gefällt mir

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