Rätsel um mysteriösen Mars-Stein gelöst

pinnacle island
Foto: NASA

Der mysteriöse, Pinnacle Island genannte Brocken hat zwar nur einen Durchmesser von vier Zentimetern, sorgte aber im vergangenen Monat für erhebliche Aufregung (astronews.com berichtete). Der Marsrover Opportunity hatte nämlich am 26. Dezember 2013 einen kleinen Geländebereich vor ihm aufgenommen und 13 Tage später eine weitere, ganz ähnliche Aufnahme gemacht. Und plötzlich war dort ein heller und auch etwas ungewöhnlich aussehender Stein aufgetaucht.

Schnell kam der Verdacht auf, dass der Stein durch die Räder des Rovers aufgeschleudert wurde und dadurch plötzlich in das Blickfeld der Kamera von Opportunity geraten ist. Und tatsächlich scheint es im Prinzip so gewesen zu sein: Auf weiteren Aufnahmen ist ein ähnlicher, Stuart Island genannter Brocken zu erkennen, bei dem durch ein Rad des Rovers offenbar ein Stück abgesprengt wurde. Er war zuvor durch ein Teil des Rovers vor dem Blick der Kamera verdeckt.

„Als wir nach der Analyse von Pinnacle Island mit Opportunity ein kurzes Stück weitergefahren waren, konnten wir direkt hangaufwärts einen umgedrehten Stein erkennen, der ein ähnlich ungewöhnliches Aussehen hat“, so Ray Arvidson von der Washington University of St. Louis, der stellvertretende wissenschaftliche Verantwortliche für Opportunity. „Wir sind über diesen Stein gefahren, man kann die Spuren erkennen. Da ist Pinnacle Island hergekommen.“

Bei der Untersuchung von Pinnacle Island stellte man einen recht hohen Anteil von Mangan und Schwefel fest. Die Wissenschaftler vermuten, dass Wasser für diese signifikante Konzentration der wasserlöslichen Stoffe in dem Stein verantwortlich war. „Das könnte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit direkt unter der Oberfläche passiert sein, oder aber tiefer im Untergrund vor längerer Zeit, wobei der Stein dann allmählich durch Erosionsprozesse freigelegt wurde“, spekuliert Arvidson.

Nachdem das Rätsel um Pinnacle Island aufgeklärt werden konnte, steuert Opportunity auf das nächste Ziel für weitere Untersuchungen zu, eine kleine Klippe mit zahlreichen Felsen am Hang einer Erhebung namens Solander Point. Der Hang ist nach Norden ausgerichtet, womit auf der Südhalbkugel des Mars sichergestellt ist, dass die Solarzellen des Rovers auch während des Winters in Richtung Sonne zeigen und so ausreichend Strom liefern können.

Den schlimmsten Teil des Winters hat Opportunity inzwischen schon überstanden: Die Wintersonnenwende auf der Südhalbkugel des Mars war am 14. Februar. „Wir rechnen nun damit, dass wir in jeder Woche mehr Energie zur Verfügung haben“, so Opportunity-Projektmanager John Callas vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Und hinzu kommt, dass Wind kürzlich eine Teil des Staubs von den Solarzellen des Rovers geblasen hat. Dadurch haben wir eine bessere Leistung der Solarzellen als in den vergangenen beiden Wintern.“

Opportunity war im Januar 2004 auf dem roten Planeten gelandet und erforscht die Oberfläche des Mars somit schon seit über zehn Jahren. Ursprünglich war die Mission des Marsrovers auf nur rund drei Monate ausgelegt. Der zweite, auch 2004 gelandete Marsrover Spirit war bis 2010 aktiv.

Quelle: astronews.de

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