ESO-Bild der Woche

ESO

Dieses wunderschöne Panorama vom Paranal-Observatorium der ESO wurde am 5. Juli 2012 und damit an einem der trockensten Tage, die am Very Large Telescope-Komplex aufgezeichnet wurden, aufgenommen. Wie eine Insel liegt der Paranal in der Mitte des Bildes und thront über dem fernen Pazifischen Ozean und einer dichten Wolkenwand.

Während dieser Zeit wurde die extrem niedrige Luftfeuchtigkeit am Paranal mit dem Wasserdampf-Radiometer LHATPRO aufgezeichnet, das zur Überwachung der Atmosphäre dient, um die Beobachtungen zu unterstützen, die am Observatorium durchgeführt werden. Meteorologen von zwei chilenischen Universitäten haben als Ursache für diese ungewöhnlich trockenen Bedingungen die antarktische Höhenluft ausgemacht, die sich schnell in Richtung Norden ausgebreitet hat und über dem Paranal hinabgestiegen ist.

Diese Kaltfront am Paranal hat für über 12 Stunden angehalten und war für die rekordverdächtig niedrige Luftfeuchtigkeit über dem Observatorium verantwortlich. Florian Kerber von der ESO und seine Kollegen haben dieses ungewöhnliche Wetter analysiert und ihre Ergebnisse in einem Artikel veröffentlich, der in der Faachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society am 29. Januar 2014 erschienen ist und hier abgerufen werden kann.

Was ist nun so besonders an einer trockenen Wüste? Eine derart ausgeprägte Trockenheit ist normalerweise nur in sehr viel höheren Lagen zu finden, zum Beispiel am ALMA-Observatorium auf dem Chajnantor-Plateau, das auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel angesiedelt ist. Mit einer Höhe von 2635 Metern ist der Paranal nur etwa halb so hoch gelegen. Beobachtungen im Infrarot-Bereich können am besten dann durchgeführt werden, wenn wenig Wasserdampf in der Luft ist. Aufgrund dieser Tatsache könnten routinemäßige Beobachtungen mit dem LHATPRO-Radiometer es Astronomen ermöglichen, zukünftige Trockenperioden am Paranal für hervorragende Beobachtungen des Kosmos im Infraroten zu nutzen.

Das Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Gabriel Brammer aufgenommen, der auch den Sonnenaufgang, der unmittelbar auf diese Trockenperiode folgte, gesehen und als außergewöhnlich klar und schön beschrieben hat. Brammer arbeitet als ESO-Astronom am La Silla-Paranal-Observatorium. Wenn er nicht gerade den Betrieb des Observatoriums unterstützt, untersucht er die Bildung und Evolution von entfernten Galaxien, wobei er die fortschrittlichsten Teleskope und Instrumente der Welt verwendet, darunter das Very Large Telescope der ESO und das Hubble Space Telescope.

Quelle: ESO

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